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Carree St. Marx, Wien 2003 Drucken E-Mail

Gutachterverfahren 2. Platz


I. Städtebauliches Konzept:
I.1  Stadterweiterung / Landerweiterung
Stadterweiterung trifft auf Landerweiterung. Beide gehen ineinander über. Neue Typologien wie das Terrassenhaus in der Wildnis sind die Folge. Eine Wiener Stadtlandschaft entsteht.

I.2  Raumfolgend / Landschaftsfolgen

Genauso wie das Projekt die für das Gebiet charakteristischen Raumfolgen wie z.B. Gemeindebauten (speziell Rabenhof) mit seinen typischen Raumqualitäten, Oberflächenqualitäten, Hierarchisierung des Privaten zum Öffentlichen weiterführt, genauso werden auch die für dieses Gebiet typischen Grünlandschaften (Steppe, Stadtwildnis) weitergeführt und typologisch untersucht.
Verschiedenste Räume entstehen.
Von städtischen Räumen mit harten Oberflächen und Stadtmobiliar, parallel zur Schlachthausgasse, reicht die Vielfalt bis zu Landschaftsräumen der Wildnis, der Schanze, der Wiener Landschaft mit weichen dreidimensionalen grünen Oberflächen.
Zwischen den Antipoden des städtischen Raums und des Landschaftsraums entstehen lang gestreckte Höfe, deren Mitte ein Gemeinschaftspark für die umgebenden Bebauungszeilen einnimmt. Holzdecks für Aufenthalt und Spiel machen diesen Park zum Treffpunkt. Eine Idee aus London in einer Adaption für Wien.

I.3  Verkehrskonzept
Das Karree St. Marx lässt keinen motorisierten Individualverkehr in sein Inneres. Mit Ausnahme der Anlieferungsmöglichkeiten sowie der Einsatzfahrzeuge wird sämtlicher motorisierter Individualverkehr schon an den Rändern in die Ebene – 1 und - 2 (Tiefgarage) geführt.
Für alle anderen Verkehrsteilnehmer dockt das Karree St. Marx an die jeweiligen schon bestehenden Routen an.

Großzügige Radwege führen parallel zur Schlachthausgasse hinter dem Bürokomplex und an dem zügig durchgezogenen Anton-Kuh-Weg bis zur Hennebergstraße durch das Karree.

Vielfältige Routen für Fußgänger führen von der Stadtwildnis quer durch das Karree zum Biozentrum oder vom Paulusplatz über das Karree Richtung Südosten Simmerings.

I.4  Grundstücksabteilung / Bauetappen (siehe Blatt 3)
Die Bebauungsstruktur des Projektes basiert auf einem möglichst einfachen Layout möglicher Grundstücksabteilungen, in zwei Varianten:
Variante A:
Anschluss an das öffentliche Gut der einzelnen Bauplätze mittels Fahnengrundstücke
Variante B:
Anschluss an das öffentliche Gut mittels Schaffung einer § 53-Straße parallel zur Schlachthausgasse hinter dem Bürokomplex.

Auf diesem Grundkonzept basierend, ist das Projekt leichtest möglich in Bauetappen zu teilen.

II. Nutzungskonzept
II.1  Durchmischung / Nutzungsmix
Das Projekt teilt das Feld in 2 Zonen, die gewerbliche Zone Richtung Nordwest und die Wohnzone Richtung Süden.
Um die Nutzungsdurchmischung zu gewährleisten, findet sie nur an konzentrierten Punkten statt.
Die Wohnstraße - hinter dem Bürogebäude abgeschirmt von der Schlachthausgasse - ist ein halböffentlicher Boulevard mit Mehrfachnutzungszone für Aufenthalt, Spiel, Besucher, Park, Schanigärten, Kleingewerbe und den Außenflächen für Bürokomplex wie speziellen Nutzungen des Wohngebäudes.

II.2  Bürogebäude (siehe Blatt 6)
Das Büro besteht aus 3 Scheiben, die sich an der Schlachthausgasse gegeneinander verschieben.
Damit wird die Schlankheit erhöht und durch die Staffelung eine interessante Silhouette ermöglicht.
Die Verschiebungen im Grundriss erzeugen Ecksituationen, die beschirmen oder öffnen und Licht in die Flanken lassen.
3-geschossige gestapelte Artrien formen die Subzentren an den Vertikalerschließungen und bringen interessante Ein- und Ausblicke an die Schlachthausgasse und an die Wohnstraße.

Das Bürogebäude kann in 2 Phasen zu je ca. 15.000 – 16.000 m² BGF errichtet werden. Es kann an der Landstraße oder an der Paulusgasse begonnen werden.

II.3  Wohnen (siehe Blatt 7)
Es werden 3 verschiedene Wohnkonzepte entwickelt.
Zwei der Typologien weisen als übergeordnete Qualität ihre Flexibilität aus:
das Laubenganghaus und die Maisonettewohnung. Der dritte Typus, das Terrassenhaus, besticht durch seine Einbindung in die Umgebung und seine Außenräume.

a)  Der Laubengangtypus
ist als stringenter, linearer Typus entwickelt, welcher je 5 m einen Installationsschacht aufweist und im Achsmaß von 1,25 m beliebig vergrößer- und verkleinerbar ist. Knack dir eine Ecke ab, so groß dein Appetit ist!
Die Variabilität lässt sich bis kurz vor den Einzug aufrecht erhalten, da die Scheidewände keine tragende Funktion erfüllen.

b)  Der Maisonette-Typus
weist eine Anordnung von Eingängen und Platzierung von Schächten dergestalt auf, dass ein Spiel der drei Teile frei möglich ist. Einmal teilt sich sogar der kleine mittlere Teil in zwei Wohnungen und es werden 4 Einheiten. Ein anderes Mal schlucken die zwei großen Brüder den kleinen und es werden 2 große Wohnungen, D- und E-Typen. In diesem Fall kann der kleine Annex zum großen Bruder wieder abgetrennt werden und es entsteht das beliebte "Hotel Mama" oder das Kleinbüro.

c)  Der Terrassenhaus-Typus
Durch seine Lage am Höhenbruch der Donautrasse und seine Exponierung Richtung Süden, durch seine Lage in einer Wildnis ist er der Typus für Ferien zu Hause.



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