Gutachterverfahren
A) Städtebau
Das Projekt schlägt eine Freiraumgestaltung und Baumassenstrukturen vor, die eine räumlich funktionelle Grundhaltung über Themen vorgeben und flexibel und adaptierbar sind.
Der bisher zur Nachbarschaft geschlossene Standort wird geöffnet, mit dem räumlich angrenzenden Stadtgebiet vernetzt und enthält einen eigenen Charakter.
Dieser Charakter wird aus 5 Grundthemen entwickelt:
1. Global, lokal
das Projekt richtet sich nach 2 bestehenden Grundstrukturen aus.
Struktur 1 (global) ist eine weltweite Übereinkunft: das globale Weltkoordinatensystem. Es ermöglicht mittels Kompass eine Orientierung über lokale Grenzen hinaus, ist Signatur für den Ort und gibt Richtung vor.
Struktur 2 (lokal) nimmt die örtlichen Gegebenheiten des Grundstücks (Bebauungsstruktur), der Umgebung (Wegeverknüpfung, Sichtbeziehungen), des Gebäudebestands (Reagieren mit neuer Gebäudestruktur) und des Baumbestandes (Freiraumkonzept) auf.
Beide gemeinsam bilden die Basis der Struktur.
2. die 4 Quartiere
- Vielfalt in der Ähnlichkeit
- 4 architektonische Strategien
- Adressenbildung
Quartier 1: (Zone A Nord)
"die dichte Packung"
- Sockel beherbergt Infrastruktur
- beste Verkehrsanbindung
MIV,ÖV
- städtische harte Oberfläche
- hohe Dichte
Quartier 3: (Zone A und Zone C / West)
"Büros im Garten"
- ruhig meditativ
- Verflechtung der Gebäude mit dem Grünraum
- weiche Oberflächen
- niedrige Dichte
Quartier 2: (Zone B Ost)
"der Campus"
- Abfolge verschiedenst dimensionierter
Freiräume
- Alt trifft auf neu (Gebäude wie
Landschaft)
- langsame Verwandlung
- mittlere Dichte
Quartier 4: (Zone B Süd)
"Entwicklungszone"“
- Hallen werden zu Grünräumen von Gebäuden umgeben
- die Spur der Erinnerung
3. das Zentrum, die Subzentren
Das Projekt ballt alle wesentlichen Funktionen der öffentlichen bzw. halböffentlichen Welt in das nördlichste Quartier des Projektes, nahe zur S-Bahn. Das Zentrum wird im Schwerpunkt der Bebauungsmasse und im Schnittpunkt der meist frequentierten Verkehrswege situiert. Eine Ballung der Aktivitäten erlaubt eine maximale Vitalität des Raumes. Die Vorfläche des Sockelgeschosses im Bandpark dient verschiedensten Events (Siemens intern bis zu öffentlicher Flohmarkt). Im Sockelbereich sind Funktionen wie Ausstellungen, Mehrzweckhallen und Hausmessen eingebettet. Über das gesamte Areal, strategisch verteilt, befinden sich Subzentren, die der Nahversorgung des jeweiligen Areals dienen. Dort werden kleine öffentliche Plätze, so genannte Wohlfühlinseln, installiert.
4. Orientierung, Identität in der Stadt
2 Punkte genügen, um den eigenen Standpunkt in der Stadt zu bestimmen.
Zwei markante Punkte, die einem am Areal buchstäblich ins Auge springen, dienen als Orientierungspunkte. Der Millenniumstower an der Verlängerung des Bandpark und der Leopoldsberg werden als Sichtachsen freigehalten.
5. die Verbindung
das Zentralgebäude:
- es verbindet die 4 Quartiere zu einem erlebbaren Miteinander.
- es ist zentral verbindend in Form und Nutzung (zentrale Dienste)
- signifikant in seiner Situierung, gibt Orientierung und Richtung vor
die Knoten:
- die Knoten verbinden räumlich, inhaltlich und funktionell
- die Knoten strukturieren, akzentuieren eine prinzipiell neutrale Grundstruktur
- die Knoten sind Identitätsträger und Orientierungspunkte für Nutzer, Ensemble und Aussenräume
- die Knoten ermöglichen eine klare und robuste Bürostruktur
das grüne Netz
- kein in sich zentrierter Platz sondern verbindende lineare Wälder (Parcours)
- anstelle des klassischen Nebeneinanders von autonomen Grünräumen wird das
Miteinander zelebriert.
B) Typologie:
Typologie/Flexibilität/Ökonomie
Ein Grundtypus über das gesamte Areal erlaubt:
- Schaffung von Siemensstandards
- Selbst Garagen haben gleichen Raster, gleiche Geschoßhöhe und gleiches statisches System
- Garage zu Büro umbaubar und Stellplätze eventuell reduzieren
- Etappenrealisierbarkeit bis Rückbau
- lebenszyklusorientierte Planung
- betriebskostenfreundliche Technik
Das Besondere / der Standard
- die Blöcke: 90 % standardisierte, normierte, sortenreine Grundstruktur. Die Einheit des eleganten Nadelstreifs. Die Standardisierung ermöglicht eine größtmögliche Reduktion der Errichtungs- und Betriebskosten und einen minimalen Aufwand des Facility Managements.
- die Knoten: 10 % besondere Funktionen, besondere Konstruktion / Technik / Materialien. Knoten strukturieren und akzentuieren die prinzipiell neutrale Grundstruktur. Sie geben den einzelnen Gebäuden und den dazugehörigen Außenräumen Signifikanz. Die Nutzer identifizieren sich mit und orientieren sich an den Knoten.
Auslober:
Siemens AG Österreich
Siemensstraße 92
1210 Wien