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Bebauungsmatrix, Wien 1996 Drucken E-Mail

Otto Wagner Städtebaupreis 1998 - Würdigung Millenniumworkshop
Entspannung der Kontrollmechanismen durch Deregulierung


Konzeptueller Ansatz:
Durch die Einführung der dynamischen Bebauungsmatrix (anstatt des rigiden und überreglementierten Bebauungsplanes) kann auf relevante gesellschaftliche Entwicklungen Rücksicht genommen werden. Spezielle Bedürfnisse, unterschiedliche Lebensstile und Weltanschauungen werden innerhalb dieses komplexen Systems artikuliert. Sie finden ihren legistischen Ausdruck in der Bebauungsformation, der Ableitung von der Matrix. Die Einflußnahme auf die Matrix erfolgt mittels konkreter Regeln, d.h. Gewichtung und/oder Verknüpfung relevanter Themen und ihrer Bedeutung für einen speziellen Ort. Die Intention - der Willle -  fließt in die Regeln, die spezifische Erfordernisse sicherstellen. Das Ergebnis bleibt frei davon. Zielvorstellungen können innerhalb der Regel definiert werden. Damit wird Kontrolle ausgeübt, wo sie sinnvoll ist. Das Ergebnis ist aufgetreten und entzieht sich ihr. Auf diese Weise ist Deregulierung in der Matrix verankert.

Operative Lösung:
Schritt 1: Sichten aller relevanten Bestände, Einflüsse und Erfordernisse auf ein bestimmtes Gebiet (vom baulichen Bestand über Radiästhesie bis hin zu Emissionen).
Schritt 2: Fixierung von Muß-Verknüpfungen und -Gewichtungen zwischen den Einflußschichten, um Erfordernisse (wie z.B. Lichteinfall oder soziale Infrastruktur) sicherzustellen. Damit steht die Matrix zur Ableitung individüller Bebauungsformationen bereit.
Schritt 3: je nach Präferenzen des Users können zusätzliche Verknüpfungen und Gewichtungen bestimmter Einflußschichten vorgenommen werden (von Bodenversiegelung über Fauna Bestand bis hin zu Emissionssenkung).
Mit diesen Eingaben wird die Bebauungsmatrix zu einer Bebauungsformation, d.h. eine spezifische Ableitung, gültig für den Bauplatz. Werden die Verknüpfungen und Gewichtungen verschoben, entstehen andere Bebauungsformationen.

Ergebnis:
Je nach Eingabeparameter in die Bebauungsmatrix ergeben sich eine Vielzahl von unterschiedlichen Bebauungsformationen für einen Bauplatz, die signifikant für den zugrundeliegenden Willen sind und nicht bloß ein Symbol dafür.



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